Die Veränderung – von Daniel aus Vreden

Eine kleine Stadt.
In dieser Stadt sieht man viel.
Wie zum Beispiel:
Kinder, die gerade mal 12 Jahre alt sind und anfangen zu rauchen
Kinder, die abhängig werden von Alkohol und niemand ihnen hilft
Kinder, die fertig gemacht werden und mit dem Tod bedroht werden
Das ist meine Kleinstadt.
Vreden.
Es passiert so vieles in Vreden und ich frage mich, ob ich auch dazu gehöre.
Ob ich genau so bin wie die anderen und abhängig werde von irgendwelchen Dingen.
Ich wünsche mir vieles im Leben, aber wie soll man diese Ziele erreichen, wenn dir Menschen in die Quere kommen und sich gegen dich stellen oder Personen, die auf loyal und gute Freunde machen, aber dich am Ende im Stich lassen oder verraten.
Das ist Vreden.
Jugendliche, die an Minderjährige Drogen verkaufen.
Jugendliche, die Überfälle begehen.
Jugendliche, die in der Öffentlichkeit kiffen und niemand kriegt von ihren Geschäften etwas mit – außer mir?
Das ist Vreden.
Polizisten, die solchen Menschen nicht mal auf die Spur gehen. Stattdessen essen sie sich genüsslich voll, halten Radfahrer an und wollen Urlaub bekommen wegen der „guten Arbeit“.
Das ist meine Kleinstadt Vreden.
Damals waren die meisten Sachen und Regeln besser. Klar gab es die Drogen auch schon vorher, aber niemand wollte es hier haben.
Das ist Vreden.
Jeder sagt „Ich werde niemals mit Alkohol, Zigaretten und Drogen anfangen“.
Aber das Gegenteil ist davon passiert.
Jetzt sind die meisten aus Vreden abhängig und ich werde sogar schon in der Schule gefragt, ob ich Gras habe – wie letztens, als einer kam und mich fragte „Ey du, hast du vielleicht nen 10er oder 1g?“
Vreden ist tief gesunken.
Ich sehe die Kinder im Park, wie sie kiffen und dann lachen.
Ich sehe sie und deren Augen – wie stark sie sich geweitet haben und rundherum rot sind.
Ich frage mich immer wieder „Was ist mit Vreden passiert?“
Das ist Vreden.
Erwachsene, die ständig etwas zu meckern haben.
Erwachsene, die andere verurteilen – nur wegen deren Hautfarbe oder deren Herkunft.
Was ist aus Vreden geworden?
Damals konnten noch alle Menschen miteinander arbeiten. Das letzte mal, als ich in einer anderen Stadt Bus gefahren bin, wurde ich gefragt, ob ich Gras dabei habe.
Ab diesem Punkt habe ich gemerkt, dass es nicht nur in Vreden so ist.
Später fragte ich eine etwas ältere Dame, wie spät es ist.
Sie sah mich verstört,verwundert und abweisend an, als hätte sie noch nie einen Menschen mit einer etwas anderen Hautfarbe gesehen.
Vreden ist aber genau so.
Zudem sagte sie sehr arrogant „Kauf dir doch ein eigenes Handy oder eine Uhr mit deinem Asyl Geld, was du vom Staat bekommst“.
Ich kam nicht darauf klar, weil mich das stark an Vreden erinnerte.
Außerdem betonte sie sehr die Worte „Asyl“ und „Geld“.
Dann kam ein Mann und hielt sie vor mir zurück und entschuldigte sich bei mir für der Reaktion der Frau.
Ich ging traurig davon, da es mich stark an Vreden erinnerte und ich dachte, dass es nur in Vreden so ist. Aber Vreden ist genau so und wird schlimmer und respektloser.
Das ist Vreden und Vreden hat sich stark verändert.

Daniel